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Über SWAT

Vorwort

S.W.A.T. (Special Weapons And Tactics) sind Spezialeinheiten der amerikanischen Polizei. Sie sind in vielen Großstädten stationiert, unterscheiden sich aber von Staat zu Staat. Diese Abhandlung ist über das S.W.A.T.-Team des LAPD (Los Angeles Police Department), die der Grundstein der heutigen bekannten S.W.A.T.-Einheiten in den Vereinigten Staaten war. Ein Einblick über ihre Entstehung, Gliederung, Aufgabenbereiche und Einstellungsvoraussetzungen soll ein wenig über diese spezielle Polizeieinheit informieren.

Historie zur Entstehung von S.W.A.T.
Die erste S.W.A.T.-Einheit
Gliederung des S.W.A.T.
Veränderte Aufgaben
Einstellungskriterien bei S.W.A.T.
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* Statuten zum Watts-Aufstand


Historie zur Entstehung von S.W.A.T.

Bild LAPD S.W.A.T. Logo Die Geschichte des S.W.A.T. entstand in Los Angeles Mitte der 60er-Jahre. Zu dieser Zeit gab es in den USA mehrere Anschläge von Heckenschützen gegen Zivilisten und Polizeibeamte. Zu den bekanntesten dieser Zwischenfälle zählt das „University of Texas Tower“-Massaker. Zudem wurde Los Angeles von schweren Unruhen heimgesucht, die schließlich im „Watts-Aufstand“ gipfelten (siehe unten). Die Polizeiführung erkannte, dass ihre Beamten diesen Einsätzen nicht gewachsen waren und beschloss die Aufstellung einer kleinen Eliteeinheit, um besser gegen Gewaltverbrecher vorgehen zu können. Officer John Nelson entwickelte unter der Leitung des späteren Polizeichefs Darryl Gates das Konzept für S.W.A.T.-Teams und -Einsätze. Dabei sollte eine kleine Gruppe von ausgewählten Beamten eine besondere Ausbildung durchlaufen, um dann gut ausgerüstet und mit speziellen Taktiken gegen die neue Bedrohungen vorzugehen.


Die erste S.W.A.T.-Einheit

Bild LAPD S.W.A.T. Als Konsequenz aus den Erfahrungen der neuen Bedrohungslage, wurde die erste S.W.A.T.-Einheit in Los Angeles aufgestellt und ausgebildet. Zunächst sollten die Spezialisten bei bürgerkriegsähnlichen Krawallen die eingesetzte Polizei schützen. Die erste S.W.A.T.-Einheit bestand 1967 aus 15 Teams mit jeweils vier Mann. Alle Mitglieder kamen aus dem Polizeidienst. Sie hatten sich freiwillig gemeldet und verfügten über eine militärische Ausbildung. In der Zeit wurde diese Einheit nur zu einem monatlichen Training zusammengerufen.
Am 9. Dezember 1969 hatte dann das S.W.A.T. den ersten Einsatz bei einer Hausdurchsuchung im Hauptquartier einer vermutlich bewaffneten Gang zu bewältigen. Dabei wurden drei Polizisten und drei Gangmitglieder verwundet, bevor diese ihre auswegslose Situation erkannten und sich ergaben.
Erst im Jahr 1971 wurden die sog. „Station defense teams“ bzw. das „D-Platoon“ - die Teams also, die bei Unruhen die Polizeistationen schützen sollten - in die „Metropolitian Division“, der taktischen Abteilung des LAPD integriert. Sie waren rund um die Uhr im Einsatz.
In den 80er-Jahren stieg die Anzahl der S.W.A.T.-Teams dann dramatisch an, so dass sogar wiederholt von einer regelrechten Militarisierung der Polizei gesprochen wurde.

Die ersten Kontakte zu europäischen Spezialeinheiten wurden 1983 geknüpft. Einige Beamte der Führungsetage besuchten den britischen SAS, die deutsche GSG 9 und die französische GIGN, die dem S.W.A.T. bei der Ausbildung und dem Training von Geisellagen helfen sollten. Seit dieser Zeit werden regelmäßig Erfahrung mit diesen, aber auch mit anderen, Einheiten ausgetauscht.

Bild LAPD S.W.A.T. Des Weiteren nimmt die LAPD S.W.A.T. an Challeges, eine Art Meisterschaft von Spezialeinheiten, ähnlich des Combat Team Competition, dem „S.W.A.T. Round Up“ teil. Hierbei gewann im November 1998 gewann das LAPD S.W.A.T. den 16. S.W.A.T. Round Up. An dieser Veranstaltung nahmen nicht nur amerikanische S.W.A.T.-Teams teil, sondern insgesamt 69 militärische und polizeiliche Einheiten, unter anderem auch die deutsche GSG 9. Das achtköpfige Team aus Los Angeles hatte nach einer Woche 339 der 345 erreichbaren Punkte erreicht und sicherte sich somit den ersten Platz. Den zweiten Platz belegte das S.W.A.T.-Team aus Dallas, Texas mit 335 Punkten, gefolgt von einem Team der GSG 9 mit 300 Punkten. Beim 19. S.W.A.T. Rounds Up im November 2002 belegte das LAPD S.W.A.T. von den 73 teilnehmenden Einheiten Rang 4.


Gliederung des S.W.A.T.

Bild LAPD S.W.A.T. Kopf der 67 Männer des S.W.A.T. ist ein Lieutenant. Ihm unterstehen sechs Gruppen, die jeweils von einem Sergeant kommandiert werden. Eine Gruppe besteht aus Gruppenführer und zwei 5-Mann-Teams, die jeweils von einem Senior-Officer angeführt werden. Die anderen vier Beamten haben alle den Rang eines Officers. 16 von ihnen sind als Präzisionsschützen (Sniper) ausgebildet.


Veränderte Aufgaben

Bild LAPD S.W.A.T. Als Begründung für den Anstieg wurde der Anti-Drogen-Krieg mit den schwer bewaffneten Banden genannt. Heute haben 90 Prozent von 690 amerikanischen Städten eine eigene S.W.A.T.-Einheit. Mit der steigenden Anzahl der Einheiten änderte sich auch das Aufgabenspektrum. Waren es zunächst nur Geiselnahmen oder die Verhaftung von Schwerstkriminellen, so wurden S.W.A.T.-Teams dann immer öfter für die Polizeiarbeit im Drogenmilieu eingesetzt. Inzwischen patrouillieren die S.W.A.T.-Einheiten auch in vielen Städten nachts durch die Strassen.

Geiselbefreiung
Eine der Hauptaufgaben der S.W.A.T.-Teams. Sie werden eingesetzt, wenn die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen wurden oder wenn das Leben der Geisel(n) akut bedroht ist. Während der Verhandlungen sind die Teams vor Ort in Bereitschaft und überwachen die Situation, um sofort eingreifen zu können. Das S.W.A.T. kann dabei für ihre Einsätze auf Hubschrauber der ASD (Air Support Division) zurückgreifen.

Überwachung
Ein weiterer Einsatzschwerpunkt, wobei zwischen „aktiv“ und „passiv“ unterschieden wird. Um einen aktiven Einsatz handelt es sich z.B. bei einer Geiselnahme, in der das Gebäude von einem voll ausgerüsteten Team überwacht wird, um ggf. Rückendeckung zu geben. Der passive Einsatz - etwa die Überwachung bei einer Drogenübergabe - erfolgt in ziviler Kleidung und leichter Bewaffnung.

Verhaftungen
Bei Verhaftungen werden S.W.A.T.-Teams nur eingesetzt, wenn mit bewaffnetem Widerstand gerechnet wird. Haben sich gesuchte Personen oder Banden beispielsweise in einem Haus verschanzt, so sprengt das Team die Tür und stürm das Gebäude.

Personenschutz
Bild LAPD S.W.A.T. Dafür können einzelne Mitglieder oder ganze Teams abgestellt werden. Entweder direkt, weil sie die Stadt oder die mögliche Bedrohung kennen oder indirekt als Berater während größerer Veranstaltungen. Sie unterstützen auch die regulären Polizei-Einheiten bei verdeckten Ermittlungen oder Einsätzen, meist als Sicherung oder Rückendeckung. Darüber hinaus gehört die Weiterbildung anderer Polizisten mit zu ihrem Aufgabenbereich.

Während in früheren Jahren die S.W.A.T.-Teams nur wenige Einsätze pro Jahr hatten, sind es jetzt bereits über hundert. In den Teams, die nach 1980 aufgestellt wurden, sind die Einsätze einer Universitätsstudie zufolge um 538 Prozent angestiegen. Das dürfte zumindest zum Teil an dem erweiterten Aufgabenbereich liegen, der jetzt auch Streifenfahrten einschließt.


Einstellungskriterien bei S.W.A.T.

Bild LAPD S.W.A.T. Das Grundprinzip bei allen Einsätzen der S.W.A.T.-Teams lautet: „Leben retten!“ An diesem Prinzip orientieren sich auch die Voraussetzungen für eine Einstellung. Obwohl die Kriterien und die Auswahlmethoden von Team zu Team differieren, gibt es doch einige grundlegende Anforderungen.

Intelligenz
Sie ist die wichtigste Grundvoraussetzung für die Mitgliedschaft in einem S.W.A.T.-Team. Gemeint sind eine schnelle Auffassungsgabe und die Fähigkeit, die verschiedenen Möglichkeiten mit ihren Konsequenzen abzuwägen.

Physische Stärke
Der Bewerber muss eine gute körperliche Kondition aufweisen und sollte aber auch über ein ausgeprägtes Durchhaltevermögen verfügen. Aus taktischen Gründen werden nur Nichtraucher zugelassen.

Psychische Stabilität
In den auftretenden Stresssituationen muss der Bewerber ein ausgeglichenes Temperament bewahren können, um rational zu reagieren. Darüber hinaus sollte auch die Fähigkeit zur Selbstmotivation vorhanden sein.

Teamgeist
Jedes S.W.A.T.-Mitglied muss in der Lage sein zu akzeptieren, dass er/sie selbst weniger wichtig, das Team hingegen alles ist. Bei Einsätzen ist jeder auf den anderen angewiesen.

Bild LAPD S.W.A.T. APC

* Statuten zum Watts-Aufstand

Die langandauernden Rassenunruhen in den USA der 60er Jahre gipfelten im Watts-Aufstand, benannt nach dem ausschließlich durch Afro-Amerikaner bewohnten Gebiet im South Central District.

Bild Watts-Aufstand Am 11. August 1965 wurde der Autofahrer Marquette Frye, in Los Angeles lebender Afrikaner, von dem weißen Officer Lee W. Minikus angehalten und kontrolliert. Er verdächtigte Frye, dass Fahrzeug unter Drogeneinfluss gefahren zu haben. Während der Vernehmung am Straßenrand wurde Officer Minikus wiederholt von farbigen Passenten beleidigt und forderte deshalb einen zweiten Officer zur Verstärkung an. Nachdem dieser eintraf warfen Passanten, die Frye kannten, den Beamten Polizeiwillkür vor und verspotteten sie.
Bild Watts-Aufstand Darauf hin setzte einer der Beamte seinen Gummischlagstock gegen die Passanten ein. Die Nachricht von der Polizeigewalt gegen farbige Zivilisten verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Nachbarschaft und löste so den Watts-Aufstand aus, an dem 35.000 Afro-Amerikaner teilnahmen. Während der 5 Tage gingen die Aufständischen gezielt gegen Gebäude von Weißen vor. Nach dem Watts-Aufstand fand ein grundlegender Wechsel in der kalifornischen Politik statt, mehrere Politiker traten von ihren Ämtern zurück.

Zahlen zum Watts-Aufstand:

  • 34 Tote
  • Mehr als 1.000 Verletzte (davon 130 Feuerwehrmänner und 100 Polizisten)
  • 16.000 eingesetzte Beamte von Polizei und Nationalgarde
  • 600 beschädigte Gebäude, mehr als 200 komplett durch Feuer zerstört
  • 4.000 Verhaftungen wegen Einbruch und Diebstahl bzw. Plünderung